Das Verbandsgebiet

Verbandsgebiet des UV Örtze

Das Einzugsgebiet der Örtze zwischen Munster und Winsen (Aller) umfasst eine Fläche von insgesamt 77.000 ha. Hier ist der UV  Örtze für 29 Gewässer 2. Ordnung mit einer Gesamtlänge von rd. 200 km zuständig.

In Niedersachsen wird die Unterhaltung der Gewässer 2. Ordnung von insgesamt rd. 100 Unterhaltungsverbänden durchgeführt. Das Verbandsgebiet eines Unterhaltungsverbandes ist in der Anlage 4 - Verzeichnis der Unterhaltungsverbände zum Niedersächsischen Wassergesetz (NWG) beschrieben und definiert sich durch die Grenzen der jeweiligen Wasserscheiden der Bäche und Flüsse bzw. der Niederschlagsgebiete.

 

 

Fließgewässer im Verbandsgebiet

Folgende Gewässer 2. Ordnung liegen im Verbandsgebiet und sind vom UV Örtze zu unterhalten:

Allerbach --- Länge von rd. 1,1 km (2. O.); verläuft überwiegend durch Forstbereiche nördlich von Hustedt, mündet in den Bruchbach.  
Angelbach WK 17042 Verläuft süd-östlich von Oldendorf auf rd. 4,0 km Länge (2. O.); erheblich verändertes Fließgewässer, ausgebautes Profil, stark begradigt und den Flurstücksverläufen angepasst.  
Aue WK 17035 Als erheblich verändertes Fließgewässer eingestuft, fließt die Aue westlich von Munster beginnend entlang des Truppenübungsplatzes Munster Süd über Meinholz und mündet nach rd. 11 km Länge (2.O.) in die Wietze.  
Aue, Alvernsche WK 17035 Oberlauf der Aue, beginnend in Alvern; Länge (2. O.) rd. 3,5 km  
Aue, Hötzinger WK 17036 Verläuft auf einer Länge von rd. 4 km südöstlich von Hötzingen bis zum Zusammenfluss mit der Alvernschen Aue.  
Brandenbach --- Verläuft südlich von Hermannsburg westlich der Örtze; Länge rd. 2 km (2. O.)  
Bruchbach (im weiteren Verlauf Wittbeck, Grobebach oder Heidgraben genannt) WK 17024 Der Bruchbach ist als erheblich verändertes Gewässer eingestuft und hat eine Länge von rd. 17 km (2. O.). Der ursprünglich zum Örtzeeinzugsgebiet gehörende Bach weist eine besondere Historie auf. Am Zusammenfluss des Sunderbaches und des Kohlenbaches bei Altensalzkoth entsteht der Bruchbach, der im weiteren Verlauf noch die Wülwe und den Allerbach aufnimmt. Ab Gut Hustedt wird der Bach Wittbeck genannt. Diese mündete früher südlich von Wolthausen in die Örtze. Die Wittbeck war jedoch bereits seit Mitte des 17 Jahrhunderts unterhalb des Ortes Wittbeck zur Sicherstellung der Wasserversorgung der Boyer Teiche von der Örtze abgeschnitten, verlegt und an die von Osten nahe vorbeifließende Warmbeck angeschlossen worden. Seither ist die wichtigste Aufgabe die Speisung des vormals herzoglichen Entenfanges in Boye. Die neue, geradlinige Gewässerstrecke vom Ort Wittbeck über die Warmbeck bis zu den Boyer Teichen bezeichnet man als Heidgraben. Unterhalb der Boyer Teiche wird der Bach durch den Ort Boye bis zur Mündung in die Aller Grobebach genannt. Durch die Ausbaumaßnahmen der Vergangenheit liegt die Gewässerstrecke des Heidgrabens unterhalb des Ortes Wittbeck heute deutlich tiefer als die Örtze und durch das von der Örtze abgeschnittene Einzugsgebiet von Bruchbach und Wittbeck mit einer Größe von rund 55 km² werden dem Örtzeunterlauf ungefähr 7 % des potenziell natürlichen Abflusses entzogen.  
Brunau WK 17039 Als erheblich verändertes Fließgewässer eingestuft und unterteilt in die Wasserkörper Brunau/Örtze I und II; Länge insgesamt rd. 10,0 km (2. O.); überwiegend stark ausgebaut. Entspringt im Bereich Nindorf und fließt erst nördlich in Richtung Hetendorf, dann östlich über Bonstorf in Richtung Örtze. An der Backebergsmühle befindet sich derzeit ein rd. 1,50m hoher Absturz.  
Geilgraben --- Verläuft östlich von Eversen auf rd. 4,0 km Länge (2. O.); ausgebautes Profil, stark begradigt  
Graben "C" --- Teil des Grabensystems am Rande des Großen Moores bei Becklingen (NSG), Stark ausgebaut, Länge rd. 2 km (2. O.), verläuft nord-östlich in den Suhrbach.  
Graben "O" --- Teil des Grabensystems am Rande des Großen Moores bei Becklingen (NSG), Stark ausgebaut, Länge rd. 1 km (2. O.), mündet östlich von Klein Amerika in den Suhrbach.  
Hasselbach WK 17041 Als erheblich verändertes Fließgewässer eingestuft; Länge rd. 5 km (2. O.); verläuft von Siddernhausen östlich über Dohnsen und Beckedorf und mündet bei Scharnebecks Mühle in die Örtze.  
Kohlenbach WK 17024 Als erheblich verändert eingestuft entspringt der Kohlenbach im Garßener Forst und fließt westlich bis zum Zusammenfluss mit dem Sunderbach nördlich von Altensalzkoth; Länge rd. 4 km (2. O.).  
Landwehrbach WK 17031 Als natürliches Gewässer mit mäßigem ökologischen Zustand eingestuft; Länge rd. 3,0 km (2. O.); verläuft zum Großteil durch Waldbereiche zwischen Müden Ö. und Faßberg.  
Mühlenbach WK 17043 Als Gewässer 2. O. beginnt der Mühlenbach nördlich von Katensen und fließt über Sülze und Eversen auf einer Länge von rd. 6 km (2. O.) in die Örtze. In Sülze selbst zweigt ein Teil des Abflusses als Neue Bach ab; Die Mündung in die Örtze wurde entgegen der Fließrichtung der Örtze um ein paar 100 Meter nördlich geschaffen, zudem befindet sich ein großer Teich des Gutes oberhalb der ehemaligen Mündung. Ökologisch kann deshalb der Neue Bach als Unterlauf des Mühlenbaches angesehen werden.  
Neue Bach --- Länge rd. 1,8 km (2.O.), stark begradigt ausgebaut; vom Abzweig des Mühlenbaches in Sülze bis zur Örtze fließend; kann als Mühlenbach-Unterlauf angesehen werden; Wurde durch mehrere Kieseinbau-Maßnahmen strukturell aufgewertet.  
Örtze WK 17025 + 17026 Die Örtze hat als Hauptvorfluter des Örtzesystems eine Länge von rd. 56 km (2. O.), davon rd. 13 km der Ersatzoberlauf der Kleinen Örtze. Die Örtze ist als natürliches Gewässer in gutem ökologischen Zustand eingestuft. Aufgrund ihrer Naturnähe und dem Vorkommen zahlreicher gefährdeter Arten und Lebensgemeinschaften wurde die Örtze als Hauptgewässer 1. Priorität für das Niedersächsische Fließgewässerschutzsystem ausgewählt (im Oberlauf die Kleine Örtze). Der Name `Örtze` bedeutet auch `die Schnelle`. Sie entspringt nördlich von Munster bzw. Oerrel (Kleine Örtze) und fließt südlich über Müden (Örtze), Hermannsburg, Oldendorf, Sülze und Wolthausen bis zur Mündung in die Aller bei Winsen (Aller). Historisch erfuhr die Örtze wie die meisten Heidegewässer teils erhebliche Umgestaltungen des Gewässerlaufes im Zuge der Anlage von Rieselwiesensystemen im 18. und insbesondere im 19. Jahrhundert (u.a. Anlage von Stauwehren und Verteilungsgräben) sowie Begradigungen des Gewässerverlaufes zur besseren Flächenausnutzung sowie die Anlage von Fischteichen. Zwischen Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Nutzung der Rieselwiesen, unter anderem wegen der Erfindung des Kunstdüngers, aufgegeben. Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte der intensive Ausbau der bereits wasserbaulich beeinflussten Aller. Die im Unterwasser der Allerschleuse Oldau mündende Örtze wird durch die Wasserspiegelabsenkung bis heute beeinträchtigt. Das Gefälle, das zum Allerurstromtal hin sowieso steiler ausgeprägt ist, wurde so noch verstärkt. Folge ist eine ausgeprägte Erosion in den hohen Prallhängen der Örtze. Insgesamt weisen die Örtze und Kleine Örtze heute einen verhältnismäßig intakten Verlauf auf. Infolge der landschaftlichen Attraktivität und des hohen Erlebniswertes ist die Örtze heute ein gern genutztes Paddelgewässer in der Region sowohl für Touristen als auch für organisierte Paddler. Mehrere gewerbliche Anbieter ermöglichen Kanutouren auf der Örtze. Die Befahrungsregeln sind der Kanuverordnung des Landkreises Celle zu entnehmen (Link am Ende der Seite)  
Örtze, Kleine WK 17028 Länge rd. 13 km (2. O.), Mit ihrem Ursprung im Truppenübungsplatz Munster-Nord unterliegt die Kleine Örtze einschließlich des Siedlungsbereiches Oerrel vergleichsweise geringen äußeren Einflüssen. Der Quellbereich oberhalb Oerrel ist jedoch mit gerader Linienführung zum Drängraben ausgebaut und eingetieft worden. Aufgrund des insgesamt recht naturnahen Zustandes und dem vergleichsweise ausgebauten Zustand der Örtze oberhalb von Kreutzen wird die Kleine Örtze ökologisch als Ersatzoberlauf der Örtze betrachtet. Sie entspringt im Bereich von Oerrel und schlängelt sich südlich bis nach Kreutzen, wo sie in die Örtze mündet.  
Örtzekanal --- Der Örtzekanal Wolthausen wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts als rechtsseitiger Durchstich der großen Mäander hergestellt, um als Hochwasserentlaster für Sommerhochwasserereignisse landwirtschaftliche Nutzung im hiesigen Örtzetal zu ermöglichen. Der Wasserabfluss im Örtzekanal wird durch ein mehrfeldriges Wehr, das von Hand bedient wird, geregelt. Der Örtzekanal hat eine Gesamtlänge von rund 2,15 km, wobei die Örtze in diesem Abschnitt eine fast doppelt so lange Fließstrecke besitzt. Um der verstärkten Tiefenerosion und Uferabbrüchen infolge der hohen Sohl- und Fließgefälleverhältnisse zu minimieren, wurden bereits 2001 mehrere Sohlgleiten in den Örtzekanal gebaut. Das Wehr wurde 2016 instandgesetzt.  
Reininger Moorgraben WK 17068 Länge rd. 0,5 km (2. O.); entspringt auf dem Truppenübungsplatz Munster Süd, verläuft südlich und mündet östlich von Reiningen in die Wietze.  
Rollbach --- Verläuft auf einer Länge von rd. 2,5 km (2. O.) auf der Westseite der Örtze süd-westlich von Eversen.  
Schmarbeck WK 17032 Als natürliches Gewässer eingestuft; verläuft auf rd. 6,0 km Länge (2. O.) von den Rheinmetall-Flächen nördlich von Unterlüß bis zur Mündung südlich von Faßberg; Bildet mit der Sothrieth ab dort den Landwehrbach.  
Sothrieth WK 17030 Als erheblich verändertes Gewässer eingestuft; Auf einer Länge von rd. 6,5 km (2. O.) verläuft die Sothrieth von Unterlüß nach Westen bis südlich von Faßberg; bildet mit der Schmarbeck zusammen den Landwehrbach  
Suhrbach WK 17037 Als erheblich verändertes Gewässer eingestuft verläuft der Suhrbach auf rd. 5 km (2. O.) stark begradigt vom Ostrand des Großen Moores bis zur Mündung in die Wietze südlich von Wietzendorf.  
Sunderbach WK 17024 Oberlauf des Bruchbaches; als erheblich verändert eingestuft; entspringt nord-westlich von Rebberlah und fließt auf einer Länge von rd. 4,5 km westlich bis zum Zusammenfluss mit dem Kohlenbach.  
Warmbeck WK 17067 Als erheblich verändert eingestuft; verläuft auf einer Länge von rd. 5 km (2. O.) von Standortübungsplatz Scheuen südlich von Hustedt, bis die Warmbek nördlich der B3 in den Bruchbach (Wittbek) mündet.  
Weesener Bach WK 17040 Als naturnahes Gewässer mit gutem ökologischen Zustand eingestuft; Fließt auf einer Länge von rd. 13,5 km (2. O.) von Ost nach West, beginnend bei Lutterloh über Weesen und mündet nördlich von Hermannsburg in die Örtze. Kurz vor der Mündung befindet sich die Luttermühle mit einem rd. 2 m hohen Stau, so dass derzeit die ökologische Durchgängigkeit des Weesener Baches nicht gegeben ist.  
Wietze WK 17034 Die Wietze ist das größte Nebengewässer der Örtze und hat ihren Ursprung unmittelbar unterhalb der Bahnstrecke Soltau-Uelzen auf halbem Wege zwischen Soltau und Munster. Sie fließt in südlicher Richtung am Ort Suroide vorbei und schwenkt in Wietzendorf nach Osten. Hier liegen Reddingen, Halmern und Reiningen an ihrem Verlauf. Oberhalb von Winterhoff dreht die Wietze auf dem Truppenübungsplatz (TrÜbPl) Munster Süd wieder nach Süden und mündet nach 27 km Länge in Müden von rechts in die Örtze ein. Die Wietze ist als naturnah eingestuft.  
Wülwe --- Verläuft von Ost nach West südlich von Altensalzkoth; mündet östlich von Eversen in den Bruchbach; Länge rd. 2,5 km (2. O.)  

Befahrensregelung für die kanusportliche Nutzung der Heidebäche: Regelungen des Landkreises Celle 

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Gewässern bzw. Wasserkörpern können Sie auf dem Umweltkartenserver des Landes Niedersachsen aufrufen.

(Hier im Menübereich z.B. das Thema Wasserrahmenrichtlinie > WRRL Grundlagendaten > Fließgewässer anwählen. Beim Klick auf das jeweilige Gewässer öffnet sich das Info-Fenster.)

 

Quellen:

Gewässerentwicklungsplan Örtze (UV Örtze), 05/2002